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Das Sappeure als eigene Einheit angesehen werden ist letztendlich ein Verdienst der Preußen, die Mitte des 19. Jahrhunderts ihre Armee neu aufstellten. Der Heeresführer entschied, dass es statt nur 3-4 Sappeure pro Einheit ein eigenes Regiment bräuchte, welches die Arbeit der Zimmerleute verrichtete. Doch inzwischen ist die Einheit der Sappeure nur noch bei der französischen Fremdenlegion in ihrer ursprünglichen Form erhalten – in den meisten Armeen der Welt wurden sie zum Ingenieurskorps umgewandelt oder wieder in andere Regimente integriert.

Der Sappeur im Schützenverein

Trotz alledem gibt es in Deutschland nach wie vor SappeImage result for Der Sappeur im Schützenvereinur-Korps. Allen voran das bekannteste, das Neusser Sappeur Korps aus der Stadt Neuss am Rhein nahe Düsseldorf. Die Sappeure sind dabei ein rein zeremonieller Verein, welcher die klassische, auffällige Uniform der Sappeure aus dem 19. Jahrhundert trägt und an der Spitze von Festumzügen läuft.

Sappeur-Vereine sind dabei sehr offen, wenn es um die Mitgliederaufnahme geht. Beruf, Herkunft, Körpergröße oder Ähnliches sind egal. Was zählt ist der Charakter und eine Verbundenheit zur Heimat, sowie der Wunsch, diese zu erhalten, zu bereichern und ihre Traditionen weiter zu leben. Wichtig ist hierbei, dass dies keineswegs eine konservative Haltung ist: viele Sappeur-Vereine setzen sich zum Beispiel für die Integration von Flüchtlingen ein und unterrichten ehrenamtlich Deutsch. Sie halten aber auch alte Traditionen, Bräuche und Dialekte hoch, die sonst nach und nach verschwinden würden – und tragen so zum Erhalt und zur Bereicherung der Heimat bei.

Die Uniform

Für Sappeure ist es heute auch keine Pflicht mehr, Vollbart zu tragen. Dennoch gibt es eine gewisse Kleiderordnung, die von den alten militärischen Einheiten übernommen wurden.

So tragen die Sappeure heute noch die auffälligen Pelzkappen aus der napoleonischen Zeit, die mit einer roten Bütte versehen sind. Ebenso ist die Lederschürze noch ein Teil der Uniform, sowie Axt und Säge. Die Werkzeuge sind jedoch meist rein zeremoniell und können nicht für wirkliche Arbeiten verwendet werden.